Zur Anmeldung und für weitere Informationen steht das Landesbüro telefonisch oder per E-Mail jederzeit gerne zur Verfügung. An der finanziellen Situation soll die Teilnahme nicht scheitern. Wir beraten gerne über Fördermöglichkeiten.

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Fortbildung zu geschlechtssensibler Arbeit mit Jugendlichen

19.08. - 25.08.

 

Von “schwule Sau” zu LGBTIQ – geschlechtssensible Arbeit mit Jugendlichen

“Du schwule Sau” – “Frauen gehören in die Küche” – “Du siehst aus wie ein Mädchen!” – Das alles und noch ganz andere Sachen haben wir in unserer Jugendarbeit schon zu hören bekommen: Nicht nur in unserer alltäglichen Lebenswelt, auch in unseren Gruppen oder auf dem Sommerzeltlager machen wir die Erfahrung, dass Sexismus und geschlechtliche Machtverhältnisse eine große Rolle spielen. Wir können weder von uns als Helfenden, noch und schon gar nicht von unseren Teilnehmenden, die teils aus sehr schwierigen Familienverhältnissen kommen und entsprechende Sozialisierungserfahrungen durchlebt haben, erwarten, dass alle alltäglich erwarteten, erlernten und gewohnheitsmäßig praktizierten Formen der Diskriminierung und Ungleichbehandlung auf einmal weg sind. Gleichzeitig haben wir die Erfahrung gemacht, dass wir als Helfende und GruppenleiterInnen solchen Sprüchen und Verhaltensweisen recht hilflos gegenüberstehen. Der Notausgang – eine schlichte Sanktionierung oder Unterbindung solcher Äußerungen – jedoch lässt diese unkritisiert und versetzt uns in die Rolle einer Autorität, auf die man halt hören muss.

Aus diesen Erfahrungen ist der Wunsch nach einer tiefergehenden Auseinandersetzung mit dem Thema entstanden. Auf unserem Seminar für ehrenamtliche Helfende wollen wir daher verschiedene Methoden und Techniken erlernen, wie es in den verschiedenen Altersgruppen gelingen kann, eine Sensibilität für das Thema herzustellen, sich in verschiedene Rollen hineinzuversetzen und allgemein die Akzeptanz für unterschiedliche Lebensentwürfe zu erhöhen. Auch soll Thema sein, was wir tun können und müssen, wenn es nicht beim blöden Spruch bleibt, sondern es zu sexualisierter Gewalt kommt – und was diese miteinander zu tun haben. Es soll viel Raum für eure Fragen und Erfahrungen geben, außerdem wollen wir neben dem nötigen (rechtlichen und fachlichen) Hintergrundwissen verschiedene Methoden und Konzepte zu Awareness, geschlechtlicher Vielfalt und sexualisierter Gewalt vermitteln, die euch in eurer konkreten Arbeit mit Kindern und Jugendlichen helfen sollen. Dazu wird es auch nötig sein, dass wir als Helfende selbst unsere Rollen kritisch hinterfragen und überprüfen.

Das Seminar wird im Rahmen des AMS-Camp im Stöcklewald stattfinden und soll auch die Erfahrungen von vor Ort mit einbeziehen und viele praktische Übungen beinhalten. Bei Interesse an der Fortbildung, meldet euch direkt beim Landesbüro!

Details

Beginn:
19.08.
Ende:
25.08.

Veranstaltungsort

Fritz-Lamm-Bildungsstätte, Stöcklewald