Zur Anmeldung und für weitere Informationen steht das Landesbüro telefonisch oder per E-Mail jederzeit gerne zur Verfügung. An der finanziellen Situation soll die Teilnahme nicht scheitern. Wir beraten gerne über Fördermöglichkeiten.
Awareness-Schulung 2026
24.08. - 30.08.
350,00€Prävention vor Einschnitten in die sexuelle Selbstbestimmung bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen
Awareness-Schulung für ehrenamtliche Helfende in der verbandlichen Kinder- und Jugendarbeit
Endlich werden sexualisierte Übergriffe zunehmend gesellschaftlich diskutiert. Fast täglich berichten Medien über neue Fälle – und immer deutlicher wird: Übergriffiges Verhalten findet nicht nur im Verhältnis zwischen Erwachsenen und Kindern statt. Zunehmend geraten auch Situationen in den Fokus, in denen Gleichaltrige Grenzen überschreiten. Gerade unter Jugendlichen und jungen Erwachsenen entstehen Dynamiken, die oft schwer einzuordnen sind, aber dennoch klare Formen von Grenzverletzung und Gewalt darstellen können.
Gleichzeitig prägen gesellschaftliche Debatten um Geschlechtervielfalt, sexuelle Identität und queere Lebensweisen zunehmend den Alltag junger Menschen. Diese Entwicklungen eröffnen neue Räume für Selbstbestimmung und Sichtbarkeit, bringen jedoch auch Unsicherheiten, Vorurteile und Diskriminierungserfahrungen mit sich – nicht selten innerhalb der eigenen Peer-Groups.
Für ehrenamtlich Engagierte in der Kinder- und Jugendverbandsarbeit ergibt sich daraus eine besondere Verantwortung. Sie sind häufig direkte Ansprechpersonen, Vertrauensfiguren und Mitgestaltende von Gruppenprozessen. Umso wichtiger ist es, Diskriminierungsmechanismen zu erkennen, sensibel zu handeln und im Ernstfall sicher intervenieren zu können.
Im Zentrum dieser Schulung steht daher die Frage, wie es gelingen kann, eine möglichst diskriminierungsfreie und inklusive Umgebung in der außerschulischen Jugendarbeit zu schaffen. Wie können offene Lernräume gestaltet werden, in denen sich alle Teilnehmenden sicher fühlen? Und wie lassen sich insbesondere queere Jugendliche unterstützen, ohne sie hervorzuheben oder zu exponieren?
Ein zentraler Baustein ist dabei das Konzept des Konsenses. Die Auseinandersetzung mit Grenzen, Selbstbestimmung und gegenseitigem Respekt bildet die Grundlage für einen verantwortungsvollen Umgang mit Sexualität und zwischenmenschlichen Beziehungen. Aufbauend darauf vermittelt das Seminar Wissen über Diskriminierungslinien, sensibilisiert für die Lebensrealitäten vulnerabler Gruppen und bietet konkrete Handlungsempfehlungen für Prävention und Intervention.
Die Teilnehmenden werden dazu befähigt, sowohl präventiv mit Jugendlichen zu den Themen Sexualität, Konsens und Grenzen zu arbeiten als auch im Fall von sexualisierter Gewalt angemessen, parteiisch und empowernd zu reagieren. Dabei werden sowohl Erfahrungen aus dem digitalen Raum als auch aus dem Alltag junger Menschen einbezogen.
Das Seminar richtet sich an ehrenamtliche Helfende ab 16 Jahren, die in der Kinder- und Jugendverbandsarbeit tätig sind und Verantwortung im Awareness-Bereich übernehmen oder künftig übernehmen möchten.